Freitag, 5. April 2019

Wenn Kulinarik dich arm macht


Der gestrige Tag war ein grauer für den Geldbeutel, doch es geht finsterer als grau und das ist schwarz 

!!

Wer ganz grundlos in ein Kaufhaus stolpert um sich zuerst in der Schönheitsabteilung umzusehen und dann versehentlich ins Erdgeschoss abwandert, weil ein köstlicher Duft die Nasenflügel förmlich nach unten zieht, kann mit einem bitteren Kassensturz rechnen.

Nicht nur das japanische Konsumtempel und Finanzstraßen riesig sind, nein, sie haben auch jede Menge Möglichkeiten unbekannte  Wünsche wahr werden zu lassen.
Schlimm nur wenn man einige davon zuvor gar nicht hatte..


Finanziell ist Japan einfach kein Schnäppchen, doch wir haben von Beginn an abgeschworen, gerade beim Essen zu sparen.. Wenngleich ein Verzicht kaum denkbar wäre...

Doch jeder Tag hat eine Ende und so reden wir uns ein, dass der Ausflug auf den lokalen Markt in Kyoto und die anschließende Plünderung der Delikatessenabteilung ein einmaliger Faux pas war...

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Eine kurzen Nacht auf unseren Rollmatratzen ( Ausstattung eines typisch japanischen Gasthauses)  später , laufen wir unerwartet geschmeidig dem Tag entgegen.
Weder Rückenschmerzen noch Nackensteife machen sich bemerkbar, wir schieben diese Tatsache auf unseren "bodenerfahrenen" Lebensstil daheim machen uns auf gen Himeji.


Himeji wartet mit einer Burg auf, welche die "Kitschskala" neben dem "Hello Kitty Store" und "Katzencafes" auf eine neue Stufe hebt.
Die ausschlaggebenden Argumente schneeweiße Burg auf einer Anhöhe, umgeben von blühenden Kirschbäumen, ziehen natürlich Unmengen von Besuchern an.
Gut das wir 2Minuten nach Toröffnung parat stehen...







Die besten Situationen zur ungestörten Fotografie ergeben sich halt doch kurz nach Öffnung oder kurz vor Sperrstunde der Sehenswürdigkeiten..

...oder wenn einen die Beinen schneller tragen, als die Gehstöcke der Mitbesucher.  






Im Dauerlauf und mit täglich mindestens 25km Gehstrecke am Tag setzen wir unser Sightseeingprogramm fort und werden, zumindest wenn das Wetter uns hold ist, nicht enttäuscht.


Die Kehrseite an ausreichend Bewegung täglich, ist aber auch der ständig nagenden Hunger.
Was  dann noch absolut ungelegen kommt, ist die örtliche Nähe zur Region Kobe ..
und somit erklärt sich die fast vollständige Entfernung zur finanziellen Bodenhaftung von selbst.
Schwarze Zeiten für die Kreditkarte, heißt für uns mal richtig auf die "Kacke haun", also rein ins Steakhaus und den Chefkoch übernehmen lassen...









Rindfleischträume die auf der Zunge zergehen und Creme die einen süchtig macht... das Leben ist einfach toll !!






Donnerstag, 4. April 2019

Rückkehr in den Frühling




Auch wenn der Schnee am Morgen geschmolzen ist und vom Himmel keine weiteren Flocken fallen, sind die Temperaturen knapp oberhalb der 0 Grad Grenze, kaum länger auszuhalten.

Es folgt also die Flucht nach nach vorn und der Shinkansen bringt und rasend schnell gen Kyoto.

Nach und nach wechseln die Kleidungsstücken von Wollmützen zu Stirnbändern und enden schließlich bei leichten Sommermänteln..
Kyoto hält Sonne für uns bereit, hier wirken auch die dunklen japanischen Fassaden weniger entmutigend und bringen uns im richtigen Blickwinkel fotografiert zum lächeln...





Doch keine Fassade sticht so aus der Menge heraus wie die zahlreichen Maiko´s und Geisha´s .
Die weißen Gesichter und ihre Kleider in allen erdenklichen Farben, bringen uns immer wieder dazu den Tagträumen hinterherzuhängen..











Also träumen wir nicht unser Leben...
sondern leben unseren Traum.

Mittwoch, 3. April 2019

Bei Schnee...hilft nur Sake




Lass und nach Takayama fahren.. haben sie gesagt..
Wird sicher lustig... haben sie gesagt..

Das Ende vom Lied ist , dass sich die Sonne mit zurückgelegten Kilometern mehr und mehr zurückzieht, das Quecksilber fällt und schließlich die ersten Flocken vom Himmel fallen.

Wir tragen nun schon fast alles am Leib, was eine isolierende Schutzschicht darstellen könnte, doch es bleibt nur eines : finde dich damit ab !!


Wir geben also ALLES dem Wind und dem Schnee zu trotzen und schieben uns, Meter für Meter, voran.
Was wie der Kampf um den Nordpol klingt, ist eine kleine Sightseeing Tour durch Takayama.

Tapfer hüpfen wir von Sonnenstrahl zu Sonnenstrahl, nutzen jede windstille Ecke zwischen den dunklen Holzfassaden der alten Häuser aus und erfreuen uns an jedem Stück blauen Himmel über uns.



Und obwohl er sich zeigt und das menschenleere Örtchen friedlich erscheint, für uns ist es sicher :
Wir reisen morgen weiter (:






Dienstag, 2. April 2019

6h Zugfahrt für eine Suppe



Dieser lustig rote Katzenzug bringt uns von Tokio zum Mount Fuji.
Der Tagesausflug ist aufreibend, beginnt um 5Uhr am Morgen und die schier endlose Zugstrecke findet erst an der Endhaltestelle ihr Finale.

Auf der Jagd nach DEM Bild kommen wir wie gewohnt vom Wege ab und treffen Gott sei Dank keinen bösen Wolf, daher jedoch eine heiße Tasse Schokolade ..
Liebend gern würde ich mit den "Fluffys" auf der Oberfläche tauschen oder alternativ von Heizdecke, welche unsere Knie bedeckt, ganzheitlich verschlungen werden.....



...da beides jedoch nicht der Grund des Kommens sind, laufen wir dem eigentlichen Zielpunkt entgegen.

Die atemlose Masse Menschen, welche uns seit ca. 2h verfolgt,  hängen wir auf halber Strecke ab und haben so einige Minuten Zeit den Ausblick zu genießen.



Die vor uns verschlossenen Kirschblüten schmälern nun endgültig unsere Stimmung und minimieren den fotografischen Höhepunkt meines Liebsten..
Trotzdem kann sich das Ergebnis irgendwie sehen lassen...





Was nun den Tag noch retten kann ist gutes Essen.
Also ab auf die erstbeste Tatami Matte und her mit den lokalen Köstlichkeiten.

Rohes Pferdefleisch scheint unser "Glücksbudget" auszuschöpfen, weshalb wir uns dagegen und FÜR den lokalen Eintopf entscheiden ..

Fingerdicke Udonnudeln, handflächengroße Kürbisstücken und eine kräftige Brühe stärken uns für den Rückweg...

Montag, 1. April 2019

Frühlingsbeginn bringt Vögel zum singen






















Heute ist es offiziell :

Der Tag wird sonnig in Japan und somit wickelt mich das Land, trotz festen Widerstandes, um seinen kleinen Finger.

Der Tagesausflug nach Kamakura startet, vom norwegischen Wetterbericht beeinflusst, eher euphorisch und soll sein Versprechen von min 2h Sonne halten.
Weiterhin ist das Wetter vor Ort eher trüb, windig und neigt zu Regenschauern, doch heute wird sich die Sonnendosis erhöhen....



Der proppevolle Montagszug, in welchem die Menschen mit den Gesichtern an der Türe klebend transportiert werden, bringt uns dazu höchst dankbar zu sein keine 30°C Außentemperatur zu haben.
Wir hätten kaum gedacht, dass ein mittelamerikanischer "Chickenbus" als "luftig" bezeichnet werden könnte, doch heute kann diese Definition in Kraft treten...







Meiner fußlahmen Wenigkeit geschuldet steigen wir heute auf einen geliehenen Drahtesel und genießen die Farbenspiele der Natur mit einer frischen Brise um die Nase.
Die Sonne scheint kräftig in dem kleinen Strandstädtchen, welches mit zahlreichen Tempelanlagen und Schreinen ausgestattet ist.




Von buddhistischen Tempeln haben wir mittlerweile eine recht gute Vorstellung, nicht jedoch von den hier angelegten japanischen Zengärten.











Das dunkle grün der Bambuswälder, wechselt zu einem zarten gelbgrün der jungen Triebe, bis hin zum dunklen blau der Teichanlagen.
Zusätzlich bietet sich ein auditiver Hochgenuss, gezeichnet von summenden Bienen und singenden Vögeln.















Leider sind nicht nur die Tiere  in "Plauderlaune", sondern auch die gelegentlichen Touristenströme, welche jede Ruhezone in einen Jahrmarkt verwandeln.
Dann bietet lediglich eine Zone die gewünschte Ruhe : das Teehaus.



Eine traditionelle Teezeremonie später begeben wir uns auf weitere Erkundungstour, denn eine Schlechtwetterfront rollt sichtlich auf uns zu.











Der Regen lässt kaum mehr eine Stunde auf sich warten und ruft somit eine andere Serotoninbeschaffungsmaßnahmen auf den Plan ... Alternativplan zu Sonne = Schokolade.





Mittels eines regenfreien Intervalls von 10min gelingt es uns den Kettengaul, stehend dafür jedoch mit trockenem Hinterteil, in die Stallung zu geleiten und nun die Eindrücke des Tages bei einem interessanten Essen zu genießen....





Sonntag, 31. März 2019

Hanami und Segen für die Handtasche




Tagespunkt 1

Wie immer, in den fremden Ländern dieser Welt, verlangt das innere Tier zuallererst nach kulinarisch versierten Ausflügen.

In Japan bemerkt man ziemlich früh, dass einer der wichtigsten Tagespunkte anliegt und zwar vor allem daran, das Straßen und U-Bahn Stationen aus heiterem Himmel prall gefüllt werden.
Folgt man clevererweise den Mengen findet man delikate Ecken, welche kaum eine Geschmacksknospe trocken lässt.
Egal ob man es auf feuchtfröhliches Meeresgetier oder auf die butterweiche Variante von der Weide abgesehen hat, alles ist zu 3 Tageszeiten erhältlich.



Wir entscheiden uns für einen Mix aus Muscheln am Spieß, Tofu, gegrilltem Hähnchen und Koberind inständig danken wir uns selbst dafür, kein Vegetarier zu sein...


Tagespunkt 2

Da unser Ausflug auf einen Sonntag fällt beschließen wir einen Abstecher in den "Feuertempel" einer esoterischen Shingon Sekte zu machen.
Das durch das Wort "Sekte" vermittelte Unwohlsein zeigt sich nach einem Rundgang und einer beobachteten Zeremonie als völlig überholt ..

30Minuten, gefüllt mit mystischen Klängen von japanischen Trommeln, Muscheltrompeten und Klangschalen, halten uns irgendwie dazu an die heimischen Gottesdienste als schäbig zu empfinden, wenngleich dieses Ritual scheinbar zum Segnen der mitgebrachten Handtaschen dient..



Tagespunkt 3

Nachdem die manifestiertesten Grundbedürfnisse gestillt wurde und der erste Kulturausflug bleibenden Eindruck hinterlassen hat, kann die fokussierte Reise zu den blühenden Kirschbäumen Tokios weitergeführt werden.




Zu sehen sind SIE stets und ständig, doch die blütenreichsten Mädchenträume in rosa und weiß sind in den Parks der Stadt angelegt...
Doch es sind auch weitere Dinge in den Parks als "geplant" anzusehen.
Riesige Planen bedecken die Rasenflächen der Parks, tausende Menschen sitzen eng nebeneinander und haben nicht nur sich selbst sondern auch ihre Haustiere mitgebracht.
Wer nicht seine Katze an Board hat, hat in jedem Fall literweise Alkohol im Gepäck, welcher zum "Hanami" von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang konsumiert wird.

Während die ersten Familienmitglieder nurmehr schielend gen Himmel starren, plätschern die anderen genüßlich weiter die illustre Blubberbrause.


Ein riesiges Parkfest mit tollen Gerichten auf kleinen Plastiktischchen, Tanz, Musik und jeder Menge Einblicken in Welt des modernen Tokio...


































Doch auch für uns hat der Tag nur 24 h und mit zu Fuß zurückgelegten 30km am Tag ist die Rückkehr ins Hostel unvermeidbar.
Selbst dieser Weg schleust noch so manch tolles Motiv in unsere Kamera...


Samstag, 30. März 2019

Das Land der aufgehenden Sonne wartet..


Einen kleinen Ausflug kann niemand verwehren..
..da wir neue Pic´s begehren.
Wir sind es daher noch nicht leid..
es ist für uns..

REISEZEIT






Das mehrfach angesprochene und in den höchsten Tönen gelobte Japan zieht, vor allem meine bessere Hälfte, wie magisch in seinen Bann.
Es verwundert daher kaum einen, das eine Landung, trotz unterkühlter Temperaturen vor Ort, unumgänglich ist.



Sollte die Mundpropaganda zu dortigen Wetterverhältnisse halten was sie verspricht,  ist Sonnencreme unbedingt von Nöten.
Aber all mein Wunschdenken kann die Wahrheit nicht verbergen :

Kirschblüten blühen im Frühjahr , Frühjahr in Japan bedeutet maximal 15°C und ebenso gern Regen, wie in europäischen Breitengraden.


Nach einer langen Anreise, welche unbeteiligte Besucher des Flughafen WC´s zu Opfern von kosmetischer Gewalt werden ließen und mich den letzten Nerv raubten, präsentiert sich uns Tokio bewölkt.

Vorsorglich und aus Sicherheitsgründen tauscht meine bessere Hälfte die, gefährliche, Haarbürste gegen eine nützlichen Kamera aus und verhindert somit weitere Frontalschädelbeulen an den Köpfen meiner Mitmenschen.


Tokio zeigt uns zuerst einige seiner verlassenen Kreuzungen....












...wie gut das kartografisch genau alle 400m ein Getränkeautomat singend und blinkend auf sich aufmerksam macht und an das Vorhandensein der Zivilisation erinnert.








Sind neben den Automaten kleine Bildchen mit Mahlzeiten ersichtlich, stellt das Gerät nicht nur einen Anker der Besinnung dar, sondern ersetzt zudem die Kellnerin eines Restaurants und spuckt bunte Coupon´s aus.
Mit diesem ist man dann berechtigt sich ein frischgekochtes Gericht seiner Wahl im Restaurant zuergattern. Dies liegt nicht selten im Keller nebenan und ist durch einen unscheinbare Durchgang zu erreichen...




Bei mittlerweile weniger als 10° C und Regen ist die heiße Suppe, welche man laut schlürfend zu sich nimmt, eine wirkliche Notwendigkeit.











Ein kurzer Abstecher zum nahegelegenen Tempel erwärmt die müden Augen vor dem schlafen gehen zusätzlich, dann muss jedoch die Freude auf Japan eine Nacht länger warten...