Samstag, 3. November 2018

Dschungeltherme




Warmwasser - Fans werden sich über diesen Beitrag freuen, denn wir besuchten heute die Thermalquellen von Copan.
Unser zwangsläufig verlängerter Aufenthalt, wird sofort ins positive umgekehrt und wir nutzen die gewonnene Zeit zum Ausspannen.

Wer Lust hat, kann sich in künstlich angelegten und trotzdem sehr natürlich gehaltenen Becken einweichen ...doch wir schätzen die altmodische Variante. Es brauch etwas Zeit zur Beobachtung um klar zu werden zu lassen, wie das gängige Vorgehen ist.

Die eine Hälfte der Honduraner schwirrt mit wohlduftenden Schaumkronen um uns herum und sucht zielgerichtet mit Taucherbrillen nach ihren Seifenverstecken.
Die andere Hälfte sammelt jedoch akribisch, ausreichend große Steine zusammen und legt einen Staudamm an..

Dort wo sich nahezu kochend, heißes Quellwasser, mit kalten Flusswasser mischt, ist der richtige Ort für einen wohltemperierten "Naturwhirpool" erster Güte...
























Aber auch das Naturdampfbad, direkt oberhalb der Quelle lädt zum genießen ein..


Nach 2h Aufenthalt in diversen "Hotpots" zwischen 25°C - 35° C sind wir von Kopf bis Fuß geschwefelt, die Haut rot wie ein gegarter Hummer und der Bauch leer vom "Nichts-Tun" treibt es uns gen Stadt zurück...

Freitag, 2. November 2018

Heinz sprach: " Lasst uns ins Universum gehn "





Copan Ruinas :
. Grenzstadt
. archäologisches Weltkulturerbe
. lebhafte Reiseszene




Nach einer äußerst kurzen und furchtbar, anstrengenden Nacht in La Ceiba steigen wir um 5Uhr in den Bus nach Copan Ruinas.
Dank westlicher Medizin aus der Reiseapotheke , war es vor allem mir, möglich die Strecke zwischen Start und Zielpunkt zu "überleben".
Im mobilen Eisfach des Hedman - Alas Busunternehmens, rollen wir gen Copan. Hohe Erwartungen liegen auf der Besichtigung unserer ersten Mayaruine.

Da der Tag jedoch reichlich vorangeschritten war, blieb uns lediglich ein ausgedehnter Bummel durch die Innenstadt und ein Abstecher ins " Schoko & Tee - Haus" zu erledigen.
Ein toller Ausblick auf die Umgebung und ein schattiger Platz in der Hängematte, sind uns für diesen Tag genug...





Selbst für Unterhaltung am Abend ist gesorgt und liegt auf dem Weg gen Hostel..

Eine kleine Gruppe Musiker mit lokalen Instrumenten hält für uns die Zeit an...
Mit fremden Klängen im Ohr und umringt von Einheimischen , nehmen wir Platz im örtlichen Stadtpark..




















_________________________ 7Uhr in Copan

Die Schuhe sind geschnürt, die Ohren offen ...auf geht´s in die Mayaruinen.

Am Eingang treffen wir Heinz, welcher bestmögliche Eigenschaften mitbringt unser Guide zu werden.

Angesprochen auf spanisch, gefragt auf englisch und geführt auf deutsch.





Mit Federstock in der Hand und Imkerhut auf dem Kopf startet Heinz seine 5h Tour durch Copan.
Umfangreiches Wissen sprudelt aus einer unerschöpflichen Quelle und durchdringt unsere graue Hirnmasse.
"Erklärbär" Heinz hat auf alles eine Antwort, ob Hintergrundwissen in Zahlen oder Alltagsgeschichten und Mythen der Mayakultur... abrufbar in 5 Sekunden.


























Begleitet vom lauten Johlen der hier wieder angesiedelten Ara´s, drehen wir die Zeit ein paar tausend Jahre zurück.
Lange Zeit präsentieren sich die Steine und Stelen im Licht und Schattenspiel der Morgensonne ..ganz für uns allein.




Teilweise gut erhalten oder restauriert, spürt man in den Ruinen weiterhin die allgegenwärtige, feste Hand der Natur.
300Jahre lang hat sie sich die Oberhand über den Ort zurückerkämpft.. nun liegt die Macht im Pinsel und Maßband der Archäologen.








Heinz beweist einen langen Atem und führt uns vom Ballspielplatz bis zum Übergang , welcher den Übertritt ins Universum darstellt ...


















Ernsthaft beeindruckt von Kunst und Fähigkeiten dieser Kultur, ist sowohl der juckende Auslösefinger von Marcel, als auch meine eigene Neugier gesättigt... vorerst ....

Mittwoch, 31. Oktober 2018

6h Fahrt für 1 Stück Kuchen


Wir haben uns, kurzfristig und rein intuitiv, für einen Besuch in Trujillo entschieden.
Tapfer und schon immer von Invasoren bedrängt liegt der Ort, mehr schlecht als recht erreichbar, im Osten des Landes.



3h Busfahrt liegen vor uns, mit einem leider ernüchterndem Ergebnis.
Der frühere Glanz, einer mit Kopfstein gepflasterten Innenstadt und ansehnlicher Burgfeste mit Blick auf die Bucht, scheint längst zurück zu liegen.


Die Straßen sind leer, ab 16Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt.. selbst das sonst als "belebt" beschriebene Hotel unter "deutscher" Hand , wirkt menschenleer.

Der in der ehemaligen DDR geborene Besitzer gesellt sich zum Frühstück zu uns und teilt kleine Geschichten der Region mit uns..
Sonst begrenzt sich das Unterhaltungsprogramm auf Vorführungen der heimischen Kleinstreptilien...






... und hat diese Show Pause, bleibt uns nur das Meer.


Am Nachmittag noch ein Stück Kuchen ...samt zuckersüßer Glasur...
und auf gehts zurück nach La Ceiba...




Dienstag, 30. Oktober 2018

3h wandern am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen





Wir verlassen frühstmöglicher unser Höhlenzimmer und werden mit Tortilliafrühstück und frisch gebrühtem Kaffee auf der Veranda erwartet.
Die Küchenfee hat, um diese Uhrzeit, schon ganze Arbeit geleistet und schickt uns, mit einem breiten Grinsen auf den Wangen, in den Tag..
Aus dem Gebüsch hinter dem Haus johlt es "Ola" in der Dauerschleife, abwechselnd mit munterem Krächzen.. der Tag hat eindeutig begonnen.

Nach diesem entspannten Start ist den Tag, fühlen wir das Lebensmotto "La pura vida" in jeder Faser unserer Körper und brechen zur geplanten Wandertour auf..



Eine Seilbrücke ermöglicht uns einen neuen Blickwinkel auf unsere Umgebung und ist ( nur zur Beruhigung der Nerven gesagt) halb so rostig, wie es auf dem Bild erscheint..(:


Rost ansetzen ist bei den vorherrschenden Temperaturen und rasant ansteigender Luftfeuchtigkeit jedoch auch kein Wunder.. Gut das auf dem Weg zahlreichen Naturduschen auf uns warten, welche für unsere Abkühlung sorgen.










3h braves Gehen zahlt sich im Pico Bonito in jedem Fall aus und lässt unser gesetztes Ziel fast kinderleicht erreichen:
> Aktivitäten von Tauchen bis Trekking
> Fortbewegung auf Land, Wasser und in der Luft
> Vulkan mit Feuer, Wasser, Erde
..... Moooooooment letzteres fehlt noch...



... dann auf zur letzten GROßEN Mission.... 










Montag, 29. Oktober 2018

Eine River Lodge für 2Personen, bitte


Das der letzte Tag auf der Insel gekommen ist, fällt uns aufgrund der zunehmenden Regenfälle ausnahmsweise nicht schwer..
Die Fähre bringt uns, trotz dunkler Regenwolken über dem Meer, sicher nach La Ceiba an der Nordküste Honduras.


Da die Stadt außer ein reges, aber für uns doch etwas zu gefährliches Nachtleben im Angebot hat, entschließen wir uns in den "Nationalpark Pico Bonito" einzuschleusen.

Die tolle Lage am Rio Cangrejal flüstert uns Ideen von Wanderungen und Exkursionen in der Natur ins Ohr und zieht uns daher fast von selbst in die rechte Richtung.
Polizeikontrollen am Parkeingang, mit bis auf die Zähne bewaffneten Männern, lassen uns für ca. 15min die Ohren auf "Alarm" stellen. Wir werden aus wirrem Spanisch, zwischen Taxifahrer und Kontrollierendem, nicht wirklich schlau und belassen es daher bei empathischem Dauergrinsen.
Ob unser "Zähne zeigen" die Beamten milde gestimmt hat oder das Gerede unseres Taxifahrers , zählt nicht mehr, als wir winkend gen Zielpunkt fahren.

Ein tiefes Flussbett, mit starker Strömung und mächtigen Felsbrocken begleitet uns bis zum Eingang einer Lodge...



Vermutlich hätten wir nach Einbruch der Nacht nicht gehalten, denn die gesamte Anlage wirkt merkwürdig ruhig und verlassen. Es dauert einige Minuten bis wir auf potentielle Mitarbeiter der Anlage stoßen und von diesen den Zimmerschlüssel für ein DZ bekommen.Das Gästebuch, in welchem wir uns einschreiben, imponiert mit schneeweißen Seiten. Wir sind offenkundig die Ersten die sich seit einigen Tagen hier verewigen. In einem Gespräch mit dem multifunktionellem Wachmann / Rezeptionist / Besitzer??? erfahren wir lediglich , das derzeit keine Urlaubszeit zu sein scheint und der letzte Gast am Morgen ausgecheckt haben soll..












Also überlässt er uns den Schlüssel für den Kühlschrank hinter der Bar.. gibt Anweisungen an eine Dame in der Küche weiter und verlässt den Schauplatz der Abmachung. Vermutlich ist zeitgleich mit dieser Geste die Anlage in unseren Besitz übergegangen, denn wir sehen ihn erst weit nach Einbruch der Nacht wieder. Also genug Zeit die tolle Aussicht auf den Fluss und die Naturschwimmbecken im "Vorgarten"zu genießen.



Sonntag, 28. Oktober 2018

Wildwest gegen Silent Hill


Der unermüdliche Westen der Insel scheint die ganzen 24h Stunden eines Tages auszunutzen und vereinnahmt sogar die ersten Stunden des nächsten Tages für sich.
Den Tag über locken nagelneue Tauchboote in die Gewässer des Marineparks, am Abend geht das Leben mit Alkohol angereichertem Wasser weiter.

Die Schönheit der Unterwasserwelt von Roatan zeigt sich uns während der geplanten Tauchgänge.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten dem Grund näher zu kommen, klappt es mit einer Extraportion Blei schlussendlich doch ganz gut den sandigen „ Point of Interest“ am Meeresgrund zu erreichen.

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Die Korallen sind in einem makellosen Zustand und im Riff wimmelt es von farbenfrohen Fischen. Hält man sich von angriffslustigen Kugelfischen fern, hat man die Chance auf Sichtung einiger Riesenkrabben, welche sich über das Riff schieben, fast unbemerkt huscht eine Flunder am Grund entlang, ein paar Schnecken rutschen mit riesigen Häusern über den Grund und als wir so den Spuren im Sand folgen, fliegt plötzliche ein Stachelrochen schwerelos an uns vorbei.





Für einige Sekunden zieht er seine Kreise über unsere Köpfe hinweg , bis er hinter einem silbergrauen Vorhang Millionen kleiner Fische verschwindet.








Während man der Strömung folgt, steht die Zeit einen Augenblick lang still, bis die bar - Anzeigen sagt : Zeit zum Auftauchen.
Gekühlt vom Fahrtwind des Bootes und hungrig nach Ruhe, geht es zurück gen Hostel.




Im Moment steht uns nicht der Sinn nach Cocktails und einer unzählbaren Menge an tauchfanatischen Rucksacktouristen, daher ziehen wir uns in den ruhigeren Osten der Insel zurück. Eine Privatunterkunft im Nirgendwo scheint für uns das Richtige zu sein.
Nationalpark suggeriert Ruhe und verheißt seelenlose Strände und ein inniges Verhältnis mit unseren Büchern. Das wir jedoch fast 2 h Fahrt mit enorm vielen anspruchsvollen Passagen für unser Radlager vor uns haben, haben wir so nicht gewusst. Wir passieren Brettlhütten mit lauter, elektronischer Musik, mitten im naturbelassenen Urwald der Insel.. umher stolpernde Einheimische lassen uns sicherheitshalber die Verriegelung des Auto aktivieren. Ein 2 m Lichtkegel leitet uns durch die nächtliche Pampa.

Ein Leuchten, ausgehend von einer Taschenlampe veranlasst uns irgendwann zum Halten.
Umrisse einer Einfahrt lassen sich in der Finsternis erahnen.
„Hello …Buenos noche“ schreien wir in die Dunkelheit ….“ Hola me amigo“ schreit es zurück.
Jap das wirkt wie freundlicher Ort und alle Vermutungen werden bestätigt: wir sind an unseren neuen Bleibe angekommen.
Durchnässt vom starken Regen, der die Nächte oft abkühlt, hämmert Augusto an einen massive Stahltür. Diese wird von der zarten Hand unserer Gastgeberin aus Uganda geöffnet, fast freundschaftlich werden wir begrüßt.


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Unser Zimmer ist eine Miniferienwohnung in einem Privathaus, bewohnt von einer betagten Dame, welche in Anbetracht ihres Alters umherflitzt wie ein junges Reh. So sauber das man vom Boden essen könnte, mit Handtüchern, Seife und gefülltem Kühlschrank, bleibt die zusätzlich grandiose Aussicht vorerst verwehrt. Am Morgen fällt die Sonne über die Terrasse in unser Schlafzimmer. Ein Schritt nach draußen und der Blick reicht über das vor uns liegende Naturschutzgebiet bis zum türkisfarbenen Meer..


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Ob verschlafenes Piratennest, einsamer Strand oder Holzhüttenrestaurant .. alles was es rund um den „Silent Hill“ im Osten zu erkunden gibt finden wir…oder wir erfahren es bei einem Frühstück mit unserer Gastgeberin ..

Samstag, 27. Oktober 2018

Inselluft für die Gemüter



Es wird Zeit für etwas MEER . Daher lassen wir uns die Frischluft von Roatan um die Nase wehen und ziehen uns karibisches Flair und reichlich Sandstrände zu Gemüte.






Nach Ankunft auf der Insel, besorgen wir uns einen kleinen, handlichen Miniflitzer, welcher von uns auf Blech und Metallgehäuse geprüft wird.


Die schönsten Dinge sind am schwersten zu erreichen..frei nach diesem Motto flitzen wir über Schotter, Schlaglöcher und lassen uns den Schlamm durch´s geöffnete Fenster um die Ohren fliegen.
Das Krachen und Ächzen unseres Hyundai nutzt alles nichts..wir wollen entlegene Orte erreichen..





Auch der lauter werdende und kaum mehr zu verdrängende Schrei nach Meer und Sonne wird endlich zum schweigen gebracht...

Als der Busch nie zu enden scheint, ändert sich plötzlich der dichte Wald in Flachwassergelände und lässt einen Direktzugang zum Strand aufleuchten ..


Postkartenkitsch zum anfassen am Tag und reges Nachtleben am Abend .. das ist es, was das Urlauberherz begehrt... zumindest manchmal..
Also tauchen wir ein in Livemusikabende, Terassenrestaurant´s und Stelzenbar´s direkt am Meer.. und das alles mit sanftem Abendrot des Sonnenuntergangs am hauseigenen Strandabschnitt..
Das Leben kann so schön sein, doch auch dieser Abend endet früh im Schlafquadrat, denn morgen gehts zu Diving Trip NR 1 ..